Siebengestirn oder Plejaden (Messier 45)

Name des Motives:

Siebengestirn oder Plejaden (Messier 45)

Fotograf:

Mathias Böhme

Aufnahmeort und -datum:

Eifel (nach Blankenheim) am 21.11.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Montierung ZWO AM5, Teleskop Askar FRA300, Kamera ZWO ASI 2600mc pro AIR (mit integriertem Guidung Chip und integrierter Asiair).
Bilddaten:
123 Aufnahmen zu je 120 Sekunden, Gain 100, -10 C, kalibriert mit Darks, Flats und Darkflats. Gesamt: 246 Minuten Belichtungszeit

Bildbearbeitung:

Pixinsight, Photoshop

Mehr über das Motiv:

Die Plejaden, auch bekannt als Messier 45, sind seit der Antike als „Sieben Schwestern“ bekannt – ein Name, der darauf zurückgeht, dass früher sieben Sterne mit bloßem Auge sichtbar waren, während heute meist nur sechs klar erkennbar sind. Traditionell galt der Haufen als kompakte Gruppe von rund 1.000 Sternen, entstanden vor etwa 100 Millionen Jahren aus derselben Molekülwolke.
Die Sterne der Plejaden beleuchten den Staub in unmittelbarer Nähe, der ihr Licht blau reflektiert. Darüber hinaus sind in dieser langen belichteten Aufnahme noch weitere Staubregionen des Taurus–Perseus-Molekülwolkenkomplexes zu sehen.
Neue Beobachtungen mit der NASA‑Mission TESS und weiteren Surveys zeigen jedoch, dass die Plejaden Teil eines viel größeren Sternkomplexes sind: Über 3.000 Sterne erstrecken sich über 1.900 Lichtjahre, dreimal so groß wie bisher angenommen.
Damit wird deutlich, dass dieser scheinbar vertraute Haufen weit mehr über Sternentstehung und galaktische Dynamik verrät, als lange vermutet.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Mitte Oktober bis Mitte Februar

Fledermaus und Riesenkalmar (Sh2-129, OU4)

Name des Motives:

Fledermaus und Riesenkalmar (Sh2-129, OU4)

Fotograf:

Mathias Böhme

Aufnahmeort und -datum:

Aufnahmen in 12 Nächten zwischen 2022 und 2025
in der Eifel und Lüneburger Heide

Equipment und Aufnahmedaten:

Skywatcher Az-Gti und ZWO AM3, Kamera: ZWO ASI 533mc pro, Guiding: Zwo Guidescope 30mm mit ZWO ASI 120mm mini, Objektiv: Samyang 135mm bei f/2.8, montiert in eine „Astroschelle“ von 3D Krug; Steuerung: AsiAir mini
214 Aufnahmen zu je 600 Sekunden (Gain 101, Optolong l-extreme,-10 Grad)
74 Aufnahmen zu je 180 Sekunden (Gain 101, ohne Filter,-10 Grad)
kalibriert mit Darks, Flats und Darkflats.
Gesamt-Belichtungszeit: 2.362 Minuten

Bildbearbeitung:

Pixinsight und Photoshop

Mehr über das Motiv:

OU4 ist ein extrem ausgedehnter, schwach leuchtender bipolarer Emissionsnebel im Sternbild Cepheus. Er wurde erst 2011 von dem Amateurastronomen Nicolas Outters entdeckt – daher „OU4“.
Das grünlich-blaue Zentrum (in O III-Emission) liegt eingebettet in den größeren, rötlichen Emissionsnebel Sh2-129, den sogenannten Flying Bat Nebula. OU4 scheint aus diesem herauszuleuchten wie ein bläulicher Jet oder „Tintenfischkörper“ in einer rötlichen Hülle.

Physikalische Natur & Entstehung
Die genaue Natur von OU4 ist noch nicht völlig geklärt, aber es gibt zwei Hauptdeutungen:
Ein bipolares Ausströmungsobjekt (Jet) aus einem jungen massereichen Sternsystem. Im Zentrum befindet sich das Sternsystem HR 8119, ein massereiches Dreifachsystem aus O-Sternen.
Diese Sterne emittieren starke Sternwinde und UV-Strahlung, die möglicherweise das Gas um sie herum ionisieren. Der Nebel könnte aus einer kolossalen bipolaren Ausströmung stammen, verursacht durch Wechselwirkungen zwischen den Komponenten von HR 8119.

… Oder ein unabhängiger, sehr naher planetarischer Nebel:
Alternativ wurde vorgeschlagen, OU4 sei ein separater planetarischer Nebel, der zufällig in der gleichen Himmelsrichtung wie Sh2-129 liegt.
Diese Theorie würde eine viel geringere Entfernung (~230 pc, etwa 750 Lichtjahre) implizieren, was OU4 zu einem der größten bekannten planetarischen Nebel machen würde…
Beide Szenarien haben Argumente dafür und dagegen; die meisten neueren Studien neigen jedoch dazu, OU4 als massive Ausströmung innerhalb von Sh2-129, also physisch verbunden mit HR 8119 (Entfernung ~2.300 Lichtjahre), zu interpretieren.

OU4 ist bemerkenswert, weil es zeigt, wie viel komplexe Gasdynamik selbst in vermeintlich „ruhigen“ HII-Regionen verborgen sein kann.
Seine bipolare Struktur deutet auf gerichtete Materieauswürfe hin – ähnlich wie bei jungen Sternen (Herbig-Haro-Objekte) oder sterbenden Sternen (planetarische Nebel).

Wenn OU4 tatsächlich an HR 8119 gebunden ist, wäre das eine der größten bekannten stellaren Ausströmungen in der Milchstraße.
Falls nicht, wäre er der größte und nächste bekannte planetarische Nebel – beides spektakuläre Optionen.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Mitte Juni bis Oktober

Flying Dragon SH2-114

Name des Motives:

Flying Dragon SH2-114

Fotograf:

Dietmar König

Aufnahmeort und -datum:

bei Blankenheim in der Eifel am 24. und 25.08.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Skywatcher PDS130 Newton(5 Zoll) mit 650mm Brennweite Touptek 2600C Imaging Kamera, ToupTek 462M Guiding Kamera Optolog L-Pro Breitbandfilter(Lichtverschmutzung) auf Montierung Skywatcher AZ-EQ5
Aufnahmedauer : 85 Bilder a‘ 5min ; zusammen ca. 7 Stunden

Bildbearbeitung:

PixInsight.

Mehr über das Motiv:

Besser bekannt als „Fliegender Drachennebel“, ist SH2-114 ein sehr schwacher H2-Emissionsnebel im Sternbild Schwan. Diese große, geschwungene Filamentstruktur scheint Teil einer Supernova zu sein, doch konnte bisher kein Supernova-Überrest als Quelle identifiziert werden. Die Form des Nebels wird meist als geflügelter Drache wahrgenommen und scheint durch die Wechselwirkung intensiver Sternwinde massereicher, heißer O- und B-Sterne mit Magnetfeldern im interstellaren Medium entstanden zu sein. Abgesehen davon ist nicht viel mehr über dieses Objekt bekannt. Es ist sicherlich kein gängiges Ziel(aber sehenswert) für Astrofotografie und zu schwach für die visuelle Beobachtung.

Beste Sichtbarkeitszeit:

SH2-114 hat als Teil des Sternbildes Schwan seine beste Sichtbarkeit im Sommer; dann steht er ziemlich im Zenith und wird nur von den zu dieser Zeit kurzen Nächten eingeschränkt.

ISS-Transit vor der Sonne

Name des Motives:

ISS-Transit vor der Sonne am 17.06.2025

Fotograf:

Peter Schmidt

Aufnahmeort und -datum:

Bergheim, Thorr den 17.06.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Coronado SolarMax II, DS 90/800mm mit BF30.
Montierung: Skywatcher EQ 5.
Kamera: ZWO-ASI1600mm-mono.
Belichtungseinstellung: 2ms, Gain 100

Bildbearbeitung:

Giotto (Einzelbilder), Endbearbeitung PS.

Mehr über das Motiv:

Die ISS kreist in rund 400 km Höhe mit einer Bahnneigung von 51,6 Grad in östlicher Richtung binnen etwa 93 Minuten einmal um die Erde. Gelegentlich führt die Umlaufbahn der Raumstation von der Erde aus gesehen an der Sonnen- oder Mondscheibe vorbei, wobei sie als Silhouette beobachtet werden kann. Genaue Daten und Zeitraum findet man unter „ISS Transit Finder“. Man muss aber schon Glück haben das dies in der Nähe seines Wohnortes passiert bzw. das die ISS mitten durch das Objekt hindurchfliegt.

Beste Sichtbarkeitszeit:

laut „ISS Transit Finder“

NGC1333, Embryo-Nebel

Name des Motives:

NGC1333, Embryo-Nebel

Fotograf:

Dietmar König

Aufnahmeort und -datum:

Eifel, 2.3.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Montierung AZ-EQ5, Kamera ToupTek 585 OSC
Teleskop Skywatcher 130PDS Newton
180 Images a 120Sec = Intgegrationszeit von 6 Stunden

Bildbearbeitung:

PixInsight.

Mehr über das Motiv:

NGC1333 ist ein Reflexionsnebel innerhalb eines großen Sternentstehungsgebiet am Rande des Sternbild Perseus. Etwa 1000 Lichtjahre vom uns entfernt wird es geprägt durch Wolken interstellaren Staubes und einem blauen  Stern der den Nebel zum strahlen bringt. Eine diagonale Reihe schwacher Begleitsterne schimmert rötlich durch den dichten Staub.

Beste Sichtbarkeitszeit:

November

Starker Plasmaauswurf auf der Sonne im h-alpha

Name des Motives:

Starker Plasmaauswurf auf der Sonne im h-alpha

Fotograf:

Peter Schmidt

Aufnahmeort und -datum:

Kerpen, den 28.03.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Coronado SolarMax II, DS 90/800mm mit BF30.
Montierung: Skywatcher AZ- EQ6 GT.
Kamera: ZWO-ASI1600mm-mono.
Belichtungseinstellung: verschiedene.

Bildbearbeitung:

Autostakkert 3!, Giotto und PS.

Mehr über das Motiv:

Koronale Massenauswürfe sind gewaltige Wolken aus heißem Plasma und elektrisch geladenen Teilchen, die durch Eruptionen auf der Sonne ins All geschleudert werden. Bei diesem Auswurf wurde zufällig ein darüber liegendes Filament mitgerissen, daher diese enorme Länge des Ausbruchs. Diese „Kettenreaktion“ ist sehr selten!
Ein großer Auswurf kann bis zu 1,5 Millionen Kilometern pro Stunde durchs All rasen.

Beste Sichtbarkeitszeit (Monate):

Zu jeder Zeit möglich.

Thors Helm (NGC 2359)

Name des Motives:

Thors Helm (NGC 2359)

Fotograf:

Mathias Böhme

Aufnahmeort und -datum:

Aufnahmen vom 4.11. und 5.11.2024 aus Sülz sowie vom 1.02.2025 aus der Eifel (Nahe Blankenheim).

Equipment und Aufnahmedaten:

Montierung ZWO AM5, Kamera ZWO ASI 585mc pro, Teleskop Skywatcher 150PDS, Guiding mit ASI 120mm an 30/120 Guidescope, Filter Optolong L-Extreme und L-Quad-Enhance, AsiAir Pro, 158×180 Sekunden bei -10C, Gain 252, kalibriert mit MasterFlat und Masterdark, Gesamt-Belichtungszeit: 474 Minuten

Bildbearbeitung:

Pixinsight, Photoshop

Mehr über das Motiv:

NGC 2359 ist ein Emissionsnebel im Sternbild Großer Hund, etwa 12.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Nebel hat einen Durchmesser von ca. 30 Lichtjahren und wird von dem massereichen Wolf-Rayet-Stern WR 7 angetrieben. Diese Sterne sind selten (weniger als 600 bekannt in der Milchstraße) und kennzeichnen eine sehr kurze Phase im Leben massereicher Sterne.
Wolf-Rayet-Sterne sind heiße, massereiche Sterne in einem späten Entwicklungsstadium. Sie verlieren durch starke Sternwinde (über 1.000 km/s) große Mengen an Materie. In NGC 2359 kollidieren diese schnellen Sternwinde mit langsameren Gaswolken in der Umgebung, was zur charakteristischen blasenartigen Struktur des Nebels führt. WR 7 könnte innerhalb der nächsten 100.000 Jahre als Supernova explodieren.

Das leuchtende Gas des Nebels besteht hauptsächlich aus ionisiertem Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel.

Beste Sichtbarkeitszeit (Monate): Mitte Dezember bis Mitte Februar
   

Sonnenflares

Name des Motives:

Sonnenflares

Fotograf:

Peter Schmidt

Aufnahmeort und -datum:

Kerpen, den 04.02.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Coronado SolarMax II, DS 90/800mm mit BF30. Montierung: Skywatcher EQ 5.
Kamera: ZWO-ASI1600mm-mono.
Belichtungseinstellung: verschiedene.

Bildbearbeitung:

Autostakkert 3!, Giotto und PS.

Mehr über das Motiv:

Flares: Ausbrüche elektromagnetischer Strahlung. In seltenen Fällen kann ein Flare sogar im Weißlicht beobachtet werden. In Zeiten hoher Aktivität sind mehrere Flares täglich keine Seltenheit. Die Dauer eines Strahlungsausbruchs beträgt nur wenige Minuten. Dennoch werden dabei Energiemengen freigesetzt die die normale Leistung der Sonne im Röntgen- und UV-Bereich um den Faktor 100 übertreffen.

Beste Sichtbarkeitszeit (Monate):

Zu jeder Zeit möglich.

   

NGC 7380 bzw. Sh2-142, Wizard Nebula (Zauberernebel)

Name des Motives:

NGC 7380 bzw. Sh2-142, Wizard Nebula (Zauberernebel)

Fotograf:

Dietmar König

Aufnahmeort und -datum:

Aufgenommen am 4./ 5.9.2024 in der Nähe von Friesheim
(Nordrhein-Westfalen)

Equipment und Aufnahmedaten:

Teleskop Skywatcher Newton 130 PDS mit 650mm Brennweite, ToupTec585 OneShotColor Kamera, Antlia Apl-T Dual-Narrowband Filter 36 * 300 Sekunden bei 95% Luftfeuchtigkeit.

Bildbearbeitung:

PixInsight

Mehr über das Motiv:

Der Zauberernebel ist ein galaktisches Sternentstehungsgebiet im Sternbild Kepheus in welchem die starken Sternenwinde von jungen, massereichen Sternen den Nebel in seine charakteristische Form brachten. Mit viel Phantasie kann man in den Nebelstrukturen die namensgebende Form eines Zauberers (mit spitzem Hut) erkennen. Das Gebiet enthält einen jungen Offenen Sternhaufen (NGC7380), ist rund 10.250 Lichtjahre entfernt und weist eine Ausdehnung von etwa 150 Lichtjahren auf. Entdeckt wurde NGC 7380 bereits 1787 von Caroline Herschel.

Beste Sichtbarkeitszeit (Monate):

Mai bis November

Pelikannebel / IC 5070

Name des Motives:

Pelikannebel / IC 5070

Fotograf:

Peter Schmidt

Aufnahmeort und -datum:

Eifel nahe Blankenheim, den 01.09. und 23.10.2024

Equipment und Aufnahmedaten:

Teleskop: SkyWatcher Newton 200P f5.
Korrektor: Lacerta GPU Komakorrektor.
Montierung: AZ EQ6 – GT.
Guiding: 8×50 Sucher und Lacerta MGEN.
Kamera: ZWO-ASI071 MC-Pro.
Filter: Antlia ALP-T Dualband Ha und OIII, 5nm.
Belichtungseinstellung: 60x300sec., Gain 100, Null und -10 Grad, 30xDarks, je 60 x Flats und Darkflats.

Bildbearbeitung:

DSS, Fitswork und PS

Mehr über das Motiv:

Das Objekt wurde am 10.Juni 1891 von Max Wolf entdeckt.

Der Pelikannebel, auch bekannt als IC 5070, ist eine H II-Region, die mit dem Nordamerikanebel im Sternbild Schwan verbunden ist. Die gasförmigen Verrenkungen dieses Emissionsnebels weisen eine Ähnlichkeit mit einem Pelikan auf, was zu seinem Namen führte. Der Pelikannebel befindet sich in der Nähe des Sterns Deneb erster Größenordnung und ist von seinem prominenteren Nachbarn, dem Nordamerikanebel, durch eine im Vordergrund liegende Molekülwolke voller dunklem Staub getrennt. Der Pelikan wird intensiv erforscht, da er eine besonders aktive Mischung aus Sternentstehung und sich entwickelnden Gaswolken aufweist. Das Licht junger energiereicher Sterne wandelt langsam kaltes Gas in heißes um und verursacht eine Ionisationsfront, die sich allmählich nach außen ausbreitet. In Millionen Jahren wird dieser Nebel vielleicht nicht mehr als Pelikan bekannt sein, da sein Gleichgewicht und die Anordnung von Sternen und Gas etwas hinterlassen wird, das völlig anders aussieht. Entfernung zur Erde: 1800 Lichtjahre. Helligkeit: 8 mag.

Beste Sichtbarkeitszeit (Monate):

Mai bis November

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