Planetarischer Nebel RCW 93 bzw. Menzel 1

Name des Motives:

Planetarischer Nebel RCW 93 bzw. Menzel 1

Fotograf:

Karsten Kopp

Aufnahmeort und -datum:

Namibia – Astrolodge Kiripotib – 13/14.06.2026

Equipment und Aufnahmedaten:

Teleskop –> 8 Zoll Newton Kamera –>Touptek 585CP G2 Montierung –> Skywatcher EQ6-R Aufnahmedaten: Gesamtbelichtungszeit – 4 h und 43 min. – 32 x 120 sec. ohne Filter; 73 x 180 sec. 12 nm DNB Filter von IDAS

Bildbearbeitung:

Pixinsight – BlurX/StarX – GraXpert AI – Astroart 9 – AffinityPhoto2

Mehr über das Motiv:

Der Planetarische Nebel steht Sternbild Norma und wurde 1922 von dem Astronomen Donald Howard Menzel entdeckt. Die scheinbare Helligkeit liegt bei 13,1 mag und die Entfernung wird mit 4.600 Lichtjahren angegeben. Der Durchmesser beträgt 0,6 Lichtjahre. Dieser Nebel ist bisher von Amateurastrofotografen nur extrem selten fotografiert worden.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Die beste Beobachtungszeit für den Planetarischen Nebel sind die Monate März bis August, wobei das Sternbild Norma von Mitteleuropa aus unbeobachtbar ist. Am besten ist das Sternbild Norma von der Südhalbkugel aus zu beobachten.

M16 Adlernebel und M17 Omeganebel

Name des Motives:

M16 Adlernebel und M17 Omeganebel

Fotograf:

Nils Schröter

Aufnahmeort und -datum:

Köln-Porz

Equipment und Aufnahmedaten:

ZWO Seestar S30 pro (30/160mm Quadruplet mit
Sony IMX585 Sensor)

Bildbearbeitung:

Siril und Photoshop

Mehr über das Motiv:

Zu M16: Der Adlernebel ist ein Sternentstehungsgebiet im Sternbild Schlange und etwa 7.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. In ihm entsteht derzeit ein offener Sternhaufen, von dem im sichtbaren Bereich bis zu 60 Sterne erkennbar sind. Der Nebel hat einen Durchmesser von rund 20 Lichtjahren und eine geschätzte Masse von 800 bis 1.000 Sonnenmassen. Entdeckt wurde er 1745 von dem Schweizer Astronomen Jean-Philippe de Chéseaux. 1764 nahm Charles Messier ihn als Nummer 16 in die erste Ausgabe seines nach ihm benannten Messier-Katalogs auf.
Im Inneren des Nebels befinden sich die „Säulen der Schöpfung“. Sie gehören zu den bekanntesten Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops, das sie 1995 fotografierte. Im Jahr 2022 nahm auch das James-Webb-Weltraumteleskop diese Region auf – im Infrarotbereich und mit bislang unerreichter Detailtiefe. Die Säulen der Schöpfung sind bis zu neun Lichtjahre lang und haben einen Durchmesser von etwa ein bis zwei Lichtjahren.

Zu M17: Der Omeganebel ist ebenfalls ein Sternentstehungsgebiet, liegt aber mit 5.500 Lichtjahren wesentlich näher an der Erde als M16. Zusätzlich liegt M17 bereits im Sternbild Schütze und somit etwa 2,6° südlicher. Genauso wie im Adlernebel entsteht in M17 ein neuer Sternhaufen, die hier aber nahezu vollständig im Nebel verborgen liegen. Mit Infrarotaufnahmen konnte man 35 Junge Sterne ausmachen. Die Masse wird hier auf bis zu 800 Sonnenmassen geschätzt.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Juni bis August

Messier 81 (Bodes Galaxie)

Name des Motives:

Messier 81 (Bodes Galaxie)

Fotograf:

Mathias Böhme

Aufnahmeort und -datum:

Aufnahmen erstellt am 7.April 2026 in der Nähe von Blankenheim (Eifel).

Equipment und Aufnahmedaten:

Ausrüstung: Montierung ZWO AM5, Kamera ZWO ASI 585mc pro, Teleskop Skywatcher 150PDS, Guiding mit ASI 290mm an 30/120 Guidescope, keine Filter, AsiAir
Bilddaten: 70×180 Sekunden bei -10C, Gain 252, kalibriert mit MasterFlat und Masterdark, Gesamt-Belichtungszeit: 210 Minuten

Bildbearbeitung:

Pixinsight und Photoshop

Mehr über das Motiv:

Messier 81 (NGC 3031), auch als „Bodes Galaxie“ bekannt, ist eine klassische „grand-design“-Spiralgalaxie (geordnet, symmetrisch, großskalige Spiralstruktur). Sie liegt in etwa 12 Millionen Lichtjahren Entfernung mit ca. 90.0000 Lichtjahren Durchmesser. Auffällig ist der helle, kompakte Bulge im Zentrum, der von einem symmetrischen Spiralarmmuster umgeben ist. Die bläulichen Strukturen entlang der Arme markieren aktive Sternentstehungsgebiete, während dunkle Staubbänder die inneren Bereiche durchziehen. Für Messier 81 schätzt man die Sternzahl auf etwa 200–250 Milliarden Stern. Damit hat sie eine ähnliche Größenordnung wie die Milchstraße. M81 hat tendenziell einen ausgeprägteren „Bulge“, während die Milchstraße eine komplexere Balkenstruktur besitzt.

Im Zentrum befindet sich ein supermassereiches Schwarzes Loch (~10⁷–10⁸ Sonnenmassen), das einen schwach aktiven galaktischen Kern (LINER) speist.
Hochauflösende Beobachtungen zeigen variable Akkretionsprozesse und Jets im Radiobereich.
Aktuelle Forschung hebt zwei Punkte zu M81 hervor: Erstens die Entdeckung eines wiederholten Fast Radio Bursts (FRB 20200120E) in einem Kugelsternhaufen von M81, was etablierte Modelle zu FRB-Quellen infrage stellt.
Zweitens deuten kinematische Studien der M81-Gruppe auf eine flache Satellitenverteilung hin, mit Implikationen für Modelle der Dunklen Materie.
Die kleine, bläulich erscheinende Begleitgalaxie links oberhalb von M81 ist Holmberg IX, eine irreguläre Zwerggalaxie in unmittelbarer Nähe. Ihre blaue Farbe weist auf eine dominante Population junger Sterne und aktive, jüngere Sternentstehung hin. Es gibt Hinweise darauf, dass Holmberg IX eine sogenannte Tidal Dwarf Galaxy ist, die erst durch gravitative Wechselwirkungen innerhalb der M81-Gruppe entstanden sein könnte.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Februar bis April.

Jupiter mit dem „Großen roten Fleck“

Name des Motives:

Jupiter mit dem „Großen roten Fleck“

Fotograf:

Karsten Kopp

Aufnahmeort und -datum:

Volkssternwarte Köln am 09.03.2026

Equipment und Aufnahmedaten:

Teleskop – CologneLargeTelescope // Kamera – ZWO ASI 290mc – Es wurden insgesamt 13 Videosequenzen zu je 2000 Einzelbildern, mit einer Belichtungszeit von 21,76 ms je Bild und einem Gain von 110.

Bildbearbeitung:

Die Sequenzen wurden mit der Software Autostakkert 4 nach Schärfe vorsortiert. Von der besten Aufnahmesequenz habe ich 8 % der Bilder gestackt, welche dann in der Software Pixinsight,
Astroart 9 und AffinityPhoto Final bearbeitet wurden.

Mehr über das Motiv:

Jupiter ist der größte Planet in unserem Sonnensystem und ist ein Gasriese. Die Umlaufzeit um die Sonne beträgt 11 Jahre und 315 Tage. Interessanterweise dauert ein Jupitertag nicht ganz 10 Stunden, was man in einem Teleskop schon sehen kann, da die Pole aufgrund der Fliehkräfte leicht abgeplattet sind. Auch der Tanz der hellsten Monde um Jupiter, Io, Europa, Ganymed und Kallisto lassen sich im Teleskop oder auch Fernglas gut verfolgen. Ein weiteres Highlight ist der riesige Wirbelsturm mit dem schönen Namen, der „Große Rote Fleck“, welcher auch auf dem Foto zu sehen ist.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Jupiter ist aktuell nach Einbruch der Nacht als sehr heller „Stern“ im Sternbild Zwillinge zu sehen. Noch bis knapp Ende Juni ist er am Nachthimmel zu beobachten, bis er Ende August 2026 in den frühen Morgenstunden sich wieder am Himmel zeigt.

Doppelsternhaufen h+χ Persei

{„shape“: [2160, 3840, 3]}
Name des Motives:

Peter Schmidt

Fotograf:

Kerpen, den 22.11.2025

Aufnahmeort und -datum:

Teleskop: SkyWatcher Quattro Newton 150P f3,45.
Montierung: AZ EQ6 – GT.
Guiding: 8×50 Sucher und Lacerta MGEN
Kamera: ZWO-ASI585 MC-Pro.
Filter: UV/IR Sperrfilter.

Equipment und Aufnahmedaten:

Belichtungseinstellung: 133x60sec., Gain 100, -10 Grad, 30xDarks, 47xFlats und 21xDarkflats.

Bildbearbeitung:

DSS, Siril – Starnet, GraXpert und PS.

Mehr über das Motiv:

Die Bezeichnungen dieser beiden Sternhaufen haben sich in den letzten paar hundert Jahren entwickelt. Tycho Brahe vermass eine einzelne Position für diesen «nebelhaften Stern» und Johann Bayer bezeichnete diesen als «χ (chi) Persei». Die Bezeichnung «h Persei» war vermutlich später einem schwachen Stern in der Nachbarschaft zugewiesen worden. Etwa seit den 1840er Jahren war es gebräuchlich den helleren westlichen Haufen (NGC 869) als «χ» und der schwächere östlichere (NGC 884) als «h» zu bezeichnen. Ein in der Schweizer Astroszene aufgetauchter Spitzname ist «Hatschi-Haufen» in Anlehnung als «h+χ Persei». Im englischen Sprachraum findet man oft nur «Double Cluster».
Seine bipolare Struktur deutet auf gerichtete Materieauswürfe hin – ähnlich wie bei jungen Sternen (Herbig-Haro-Objekte) oder sterbenden Sternen (planetarische Nebel).

Physikalische Eigenschaften: Die Entfernung von NGC 869 beträgt 2079 pc (6781 Lichtjahre) und die von NGC 884 2345 pc (7648 Lichtjahre). Beide Haufen stehen also auch tatsächlich zusammen und sind nur wenige hundert Lichtjahre voneinander getrennt. Vermutlich entstammen sie aus demselben Sternentstehungsgebiet. Sie bewegen sich mit etwa 40 km/s bis 60 km/s auf uns zu. Das Alter der beiden Haufen wird auf etwa 10 bis 14 Millionen Jahre geschätzt. Jeder Haufen enthält über 300 blau-weisse Superriesen (sehr heisse und helle Sterne der oberen Hauptreihe), welche stark im UV- und Röntgenbereich wie auch im sichtbaren Licht strahlen. Die schwächeren sind wesentlich zahlreicher. Jeder Haufen hat sicher insgesamt einige tausend bis einige zehntausend Sterne. Obwohl diese heissen Sterne ein paar hundertmal jünger als unsere Sonne sind, sind sie Nahe am Ende ihres Lebens. Die grössten haben sich bereits zu roten Riesen entwickelt, dem letzten Stadium ihres stellaren Lebens. Diese sind im östlicheren Haufen NGC 884 auffälliger.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Anfang Dezember

4 x Polarlicht vom 19.01.2026

Name des Motives:

4 x Polarlicht vom 19.01.2026

Fotograf:

Peter Schmidt

Aufnahmeort und -datum:

Hubertuskapelle Floisdorf, 19.01.2026

Equipment und Aufnahmedaten:

Kamera Canon 760D, Objektiv Walimex Pro 8mm f3,5,
Belichtung je 20sec. Bei ISO 800,
Stativ Triman Manfrotto028B, Rollei Kugelkopf

Bildbearbeitung:

Photoshop

Mehr über das Motiv:

Polarlichter am Nachthimmel leuchten zu sehen, ist größtenteils von der Sonne und ihrer Sturmaktivität abhängig, denn Polarlichter entstehen durch Sonnenstürme. Der Sonnensturm muss natürlich stark sein, denn sonst gelangen die Partikel erst gar nicht zur Erde und durchdringen auch nicht das Magnetfeld. Doch selbst wenn das passiert, hat man keine Garantie, jeden Abend bunte Lichter zu sehen, wenn man sich am nördlichen Polarkreis befindet. Sonnenwinde, die aus Ladungen elektrischer Teilchen bestehen, schleudern genau diese Sonnenpartikel in Richtung Erde. Das Magnetfeld der Erde fängt diese Teilchen ab und leitet sie durch äußere Feldlinien zu den Polen der zwei Erdhalbkugeln weiter, also zum Nordpol und zum Südpol. Dort treffen die geladenen Sonnenteilchen auf die obere Schicht der Erdatmosphäre und die dort vorhandenen Luftteilchen. Beim Zusammenprall der Teilchen findet ein kurzer Energieaustausch statt, das bedeutet, dass die Luftteilchen sich kurzzeitig aufladen und die Ladung kurz danach wieder abgeben, wobei ein Lichtphoton freigesetzt wird. Die vielen freigesetzten Lichtphotonen sind für uns dann als leuchtende Partikel zu sehen – natürlich nicht einzeln, sondern in unglaublichen Massen, die wir dann in ihrer Gesamtheit als bunte Polarlichter wahrnehmen.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Hängt von der Sonnenaktivität ab (max. alle 11 Jahre), die Sonne „verlässt“ mit Jahresbeginn 2026 den Maximumbereich.

4 x Sonne mit langer Sonnenfleckengruppe

Name des Motives:

4 x Sonne mit langer Sonnenfleckengruppe

Fotograf:

Peter Schmidt

Aufnahmeort und -datum:

Friesheimer Busch, den 04.12.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Teleskop für Ha: Coronado DS 90/800mm, BF 30.
Montierung: SW EQ5, Guiding: kein,
Kamera: ZWO-ASI 1600 MM. Filter: UV/IR Sperrfilter.
Belichtungseinstellung: verschiedene.
Teleskop für Weisslicht: SW ED 100/900mm mit Baader Herschelkeilprisma 2 Zoll.
Teleskop für Kalzium: SW ED 100/900mm mit Baader Herschelkeilprisma 2 Zoll und Antlia 3nm Filter.
Belichtungseinstellungen: verschiedene.

Bildbearbeitung:

Autostakkert 3!, Giotto, Endbearbeitung in PS

Mehr über das Motiv:

Eine eher selten lange Sonnenfleckengruppe zeigte sich mal wieder auf der Oberfläche. Die Strecke ist etwas länger als der sogenannte Mikromond von der Erde aus mit ca. 406.740 km Entfernung Abstand (Apogäum)! Im oberen Sonnenfleckenbereich kommt es ständig zu Plasmaausbrüchen die am 07.12.25 Richtung Erde schossen. Ab dem 09.12.25 konnten dann gegen Abend in Nordeuropa wieder Polarlichter beobachtet werden. Da unser Tagesgestirn in diesem Monat eine recht tiefe Bahn beschreibt, kommt es hier zu stärkeren Luftturbulenzen die die Aufnahmequalität beeinträchtigen.

Beste Sichtbarkeitszeit:

zufällig

Siebengestirn oder Plejaden (Messier 45)

Name des Motives:

Siebengestirn oder Plejaden (Messier 45)

Fotograf:

Mathias Böhme

Aufnahmeort und -datum:

Eifel (nach Blankenheim) am 21.11.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Montierung ZWO AM5, Teleskop Askar FRA300, Kamera ZWO ASI 2600mc pro AIR (mit integriertem Guidung Chip und integrierter Asiair).
Bilddaten:
123 Aufnahmen zu je 120 Sekunden, Gain 100, -10 C, kalibriert mit Darks, Flats und Darkflats. Gesamt: 246 Minuten Belichtungszeit

Bildbearbeitung:

Pixinsight, Photoshop

Mehr über das Motiv:

Die Plejaden, auch bekannt als Messier 45, sind seit der Antike als „Sieben Schwestern“ bekannt – ein Name, der darauf zurückgeht, dass früher sieben Sterne mit bloßem Auge sichtbar waren, während heute meist nur sechs klar erkennbar sind. Traditionell galt der Haufen als kompakte Gruppe von rund 1.000 Sternen, entstanden vor etwa 100 Millionen Jahren aus derselben Molekülwolke.
Die Sterne der Plejaden beleuchten den Staub in unmittelbarer Nähe, der ihr Licht blau reflektiert. Darüber hinaus sind in dieser langen belichteten Aufnahme noch weitere Staubregionen des Taurus–Perseus-Molekülwolkenkomplexes zu sehen.
Neue Beobachtungen mit der NASA‑Mission TESS und weiteren Surveys zeigen jedoch, dass die Plejaden Teil eines viel größeren Sternkomplexes sind: Über 3.000 Sterne erstrecken sich über 1.900 Lichtjahre, dreimal so groß wie bisher angenommen.
Damit wird deutlich, dass dieser scheinbar vertraute Haufen weit mehr über Sternentstehung und galaktische Dynamik verrät, als lange vermutet.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Mitte Oktober bis Mitte Februar

Fledermaus und Riesenkalmar (Sh2-129, OU4)

Name des Motives:

Fledermaus und Riesenkalmar (Sh2-129, OU4)

Fotograf:

Mathias Böhme

Aufnahmeort und -datum:

Aufnahmen in 12 Nächten zwischen 2022 und 2025
in der Eifel und Lüneburger Heide

Equipment und Aufnahmedaten:

Skywatcher Az-Gti und ZWO AM3, Kamera: ZWO ASI 533mc pro, Guiding: Zwo Guidescope 30mm mit ZWO ASI 120mm mini, Objektiv: Samyang 135mm bei f/2.8, montiert in eine „Astroschelle“ von 3D Krug; Steuerung: AsiAir mini
214 Aufnahmen zu je 600 Sekunden (Gain 101, Optolong l-extreme,-10 Grad)
74 Aufnahmen zu je 180 Sekunden (Gain 101, ohne Filter,-10 Grad)
kalibriert mit Darks, Flats und Darkflats.
Gesamt-Belichtungszeit: 2.362 Minuten

Bildbearbeitung:

Pixinsight und Photoshop

Mehr über das Motiv:

OU4 ist ein extrem ausgedehnter, schwach leuchtender bipolarer Emissionsnebel im Sternbild Cepheus. Er wurde erst 2011 von dem Amateurastronomen Nicolas Outters entdeckt – daher „OU4“.
Das grünlich-blaue Zentrum (in O III-Emission) liegt eingebettet in den größeren, rötlichen Emissionsnebel Sh2-129, den sogenannten Flying Bat Nebula. OU4 scheint aus diesem herauszuleuchten wie ein bläulicher Jet oder „Tintenfischkörper“ in einer rötlichen Hülle.

Physikalische Natur & Entstehung
Die genaue Natur von OU4 ist noch nicht völlig geklärt, aber es gibt zwei Hauptdeutungen:
Ein bipolares Ausströmungsobjekt (Jet) aus einem jungen massereichen Sternsystem. Im Zentrum befindet sich das Sternsystem HR 8119, ein massereiches Dreifachsystem aus O-Sternen.
Diese Sterne emittieren starke Sternwinde und UV-Strahlung, die möglicherweise das Gas um sie herum ionisieren. Der Nebel könnte aus einer kolossalen bipolaren Ausströmung stammen, verursacht durch Wechselwirkungen zwischen den Komponenten von HR 8119.

… Oder ein unabhängiger, sehr naher planetarischer Nebel:
Alternativ wurde vorgeschlagen, OU4 sei ein separater planetarischer Nebel, der zufällig in der gleichen Himmelsrichtung wie Sh2-129 liegt.
Diese Theorie würde eine viel geringere Entfernung (~230 pc, etwa 750 Lichtjahre) implizieren, was OU4 zu einem der größten bekannten planetarischen Nebel machen würde…
Beide Szenarien haben Argumente dafür und dagegen; die meisten neueren Studien neigen jedoch dazu, OU4 als massive Ausströmung innerhalb von Sh2-129, also physisch verbunden mit HR 8119 (Entfernung ~2.300 Lichtjahre), zu interpretieren.

OU4 ist bemerkenswert, weil es zeigt, wie viel komplexe Gasdynamik selbst in vermeintlich „ruhigen“ HII-Regionen verborgen sein kann.
Seine bipolare Struktur deutet auf gerichtete Materieauswürfe hin – ähnlich wie bei jungen Sternen (Herbig-Haro-Objekte) oder sterbenden Sternen (planetarische Nebel).

Wenn OU4 tatsächlich an HR 8119 gebunden ist, wäre das eine der größten bekannten stellaren Ausströmungen in der Milchstraße.
Falls nicht, wäre er der größte und nächste bekannte planetarische Nebel – beides spektakuläre Optionen.

Beste Sichtbarkeitszeit:

Mitte Juni bis Oktober

Flying Dragon SH2-114

Name des Motives:

Flying Dragon SH2-114

Fotograf:

Dietmar König

Aufnahmeort und -datum:

bei Blankenheim in der Eifel am 24. und 25.08.2025

Equipment und Aufnahmedaten:

Skywatcher PDS130 Newton(5 Zoll) mit 650mm Brennweite Touptek 2600C Imaging Kamera, ToupTek 462M Guiding Kamera Optolog L-Pro Breitbandfilter(Lichtverschmutzung) auf Montierung Skywatcher AZ-EQ5
Aufnahmedauer : 85 Bilder a‘ 5min ; zusammen ca. 7 Stunden

Bildbearbeitung:

PixInsight.

Mehr über das Motiv:

Besser bekannt als „Fliegender Drachennebel“, ist SH2-114 ein sehr schwacher H2-Emissionsnebel im Sternbild Schwan. Diese große, geschwungene Filamentstruktur scheint Teil einer Supernova zu sein, doch konnte bisher kein Supernova-Überrest als Quelle identifiziert werden. Die Form des Nebels wird meist als geflügelter Drache wahrgenommen und scheint durch die Wechselwirkung intensiver Sternwinde massereicher, heißer O- und B-Sterne mit Magnetfeldern im interstellaren Medium entstanden zu sein. Abgesehen davon ist nicht viel mehr über dieses Objekt bekannt. Es ist sicherlich kein gängiges Ziel(aber sehenswert) für Astrofotografie und zu schwach für die visuelle Beobachtung.

Beste Sichtbarkeitszeit:

SH2-114 hat als Teil des Sternbildes Schwan seine beste Sichtbarkeit im Sommer; dann steht er ziemlich im Zenith und wird nur von den zu dieser Zeit kurzen Nächten eingeschränkt.

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